Wenn wir älter werden oder alt geworden sind


Wenn wir älter werden oder alt geworden sind! Ich wurde eingeladen, heute Abend über dieses Thema zu Ihnen zu sprechen. Sicher deshalb, weil Ihr Präsident gedacht hat, dass ein Altgewordener am besten über dieses Thema etwas zu sagen hat. Ich freue mich, heute Abend bei Ihnen zu sein und danke für das Vertrauen, das mit diesem Auftrag verbunden ist und hoffe, dass ich Ihre Erwartungen annähernd erfüllen kann. Denn das Thema ist so vielschichtig, dass ich in der kurzen Zeit von wichtigen Aspekten nur einige wenige herausgreifen kann.

Stossen Sie sich nicht daran, wenn ich manchmal etwas von meinem eigenen Weg durch das Älterwerden und das Alter erzähle. Ich denke, es ist für Sie wichtig, zu wissen, dass ich auch als Psychotherapeut auf meinem Weg am Lebensberg oft mit nahezu unüberwindbaren Hindernissen kämpfen musste und muss. Ich werde Ihnen erzählen, wie ich dem Schweren begegnete und daraus Gutes zu gewinnen versuchte, das in der Überwindung des Schweren Verborgen ist. Ich vergleiche oft den Weg durch das Leben mit einer Bergbesteigung. Wir wurden alle an die Talsohle vor unseren Berg gestellt und erhielten den Auftrag, zur Spitze aufzusteigen. Der Aufstieg führte uns über farbenfrohe, duftende Blumenwiesen. Von weit her hörten wird das Rauschen eines Bergbaches, den wir überqueren mussten. Plötzlich standen wir vor einer kleinen Felswand, die wir erklettern mussten. Das kostete Mut und Kraft. Das Gelingen der Mutprobe ermunterte uns geradezu, weitere Abendteuer in Angriff zu nehmen. Der Aufstieg wurde immer schwieriger, mühsamer und gefährlicher. Nur keine Angst! Nicht aufgeben!

Es tut mir leid, wenn einige kurz vor dem Ziel, wo sich ihnen, so nah am Himmel, das grosse Faszinosum enthüllen will, aufgeben. Die Angst vor dem Sterben lässt heute viele in den begleiteten Suizid flüchten. Eine neue Studie an der Universität Zürich zeigt, dass manche Angehörige, die Sterbende auf diesem Weg begleiten, später an schweren psychischen Problemen zu leiden haben. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die wohl Ihnen bekannte Bedeutung der Palliativmedizin hinweisen. Die Palliativmedizin will Angst und Leiden lebensbedrohlich Kranker lindern, ihre Lebensqualität und die ihrer Angehörigen verbessern, statt künstlich den gefürchteten Sterbeprozess zu verlängern. Ich möchte Ihnen ein Buch von Gian Domenico Borasio [ 1 ] zur Lektüre empfehlen. Er ist Professor für Medizin an der Universität Lausanne und gehört zu den wohl bedeutendsten Vertretern der Palliativmedizin. Die Nahtod Erfahrungen sind umstritten. Der Kardiologe Pin van Lommel [ 2 ] arbeitet in leitender Stellung an einer Klinik in Deutschland und untersucht Nahtod Erfahrungen sogenannt klinisch Toter aus wissenschaftlicher Sicht. Ein spannendes Buch, das Skeptiker nachdenken lässt. Wer es lesen will, muss wissen, dass er dabei vielen Tabellen mit Zahlen und medizinischen Begriffen begegnet, weil es sich um eine akribisch medizinische Forschungsarbeit handelt, für Laien zum Teil so anspruchsvoll wie spannend und interessant. Es könnte sicher auch Seelsorgerinnen und Seelsorgern helfen, diesem Thema gegenüber weniger distanziert zu sein. Ein weiteres Buch, das mir in diesem Zusammenhang wichtig erscheint, stammt von den Autoren Andrew Newberg [ 3 ] und Marc Robert Waldmann.

Die beiden erforschen an ihren Universitäten den Zusammenhang zwischen Spiritualität und Neurowissenschaften. Schliesslich möchte ich auf eines meiner Bücher mit dem Titel „Ich bin alt geworden. Vom Geheimnis meiner Verwandlung“ hinweisen.[ 4 ]

Ältere oder gar alte Menschen sind heute nicht besonders hoch geachtet. Neulich las ich in einer Zeitung, dass die Züge am Morgen „überfüllt seien, weil die Alten ausreisen und den anderen den Platz versperren“. Der Pfarrer unserer Gemeinde, den ich sehr schätze und der zur jüngeren Generation gehört, bestellte den St. Nikolaus in die Kirche. Statt der Predigt durfte dieser den Kindern eine Geschichte erzählen. Eine nahezu unzählbare Kinderschar hörte ihm auf den Altarstufen gespannt zu. Der Pfarrer freute sich riesig, bedankte sich bei seinem Gast und rief in voller Begeisterung aus: „Ist das nicht herrlich, diese Kinderschar… in unserer überalterten Gesellschaft!“ ich dachte mir und sagte es ihm nachher auch, dass es vielleicht nicht so klug war, im Beisein von so vieler Grosseltern die Kinder gegen die Alten auszuspielen. Ich war zu dem unsicher, ob ich nun zu den Alten oder den bereits Überalterten zählen sollte. Dazu eine kleine Geschichte: Nachdem die Ausübung meines Berufes seit wenigen Jahren der Kompetenz der Kantone übergeben worden war, entging es mir, dass ich mich im Kanton Zürich neu hätte anmelden sollen. Ich versuchte das Versäumte nachzuholen und sandte alle Unterlagen an das Gesundheitsamt: Doktoratsdiplom als Abschluss meiner Studien in Philosophie, Psychologie und Psychiatrie; Zeugnisse der Weiterbildung u.a. in Logotherapie und Imaginationstherapie. Es war damals leider nicht Brauch, sich die 200 Stunden in psychoanalytischer Selbsterfahrung bei meinem Psychologieprofessor in Innsbruck und ebenso viele Stunden bei der Jungschülerin Jolanda Jacobi in Zürich amtlich bestätigen zu lassen. Man forderte mich auf, bei einem Spezialisten meine geistigen Fähigkeiten nachzuprüfen, was eigentlich verständlich war. Wir führten miteinander ein lebendiges Gespräch, so dass er mir lächelnd ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. Er „schenkte“ mir eine Kopie und sandte das Original nach Zürich. Irgendeine Sekretärin teilte mir nach wenigen Tagen mit, dass das Gesuch abgelehnt werde und Zuwiderhandlung polizeilich verfolgt werde. Polizeilich verfolgt! Diese Art, mit mir umzugehen verletzte mich sehr. Es gelang mir jedoch, durch Vieles in der Vergangenheit abgehärtet, die Demütigung wegzustecken.

Wer sind wir Älter- oder Altgewordenen denn? Wie viele Lasten haben wir schon durch das Leben getragen? Wie viele Prüfungen haben wir bestanden? Wie viele Krankheiten erlitten, Enttäuschungen überwunden, Verluste lieber Menschen verkraftet? Wie oft wurden wir unterschätzt und hintan gestellt und haben uns trotzdem im Leben behauptet und durchgesetzt und sind gestärkt auf dem Weg weiter gezogen? Wir haben uns entwickelt und immer neu angefangen. Wir haben Verbrauchtes durch Neues und noch Besseres ersetzt. Wir haben Erfahrungen gesammelt, die Jüngeren fehlen. Wir haben uns über Krisen und über Hindernisse hinweg gesetzt. So sind wir älter geworden. So werden wir alt. Wir haben uns entwickelt. So werden wir uns weiter entwickeln. Das Leben ist für alle ein ständiger Weg der Entwicklung. Wir können es auch anders formulieren. Es ist ein Weg ununterbrochenen Loslassens. Wenn wir nicht loslassen können, bleiben wir stecken. Das wissen wir alle. Und doch gibt es unter uns Menschen, die zum Beispiel die Vergangenheit aus lauter Angst vor der Zukunft nicht loslassen können oder an erlebtem Unrecht hängen bleiben und sich so nicht zur Vollendung ihres Lebens entwickeln können. Als Psychotherapeut ist es sehr oft meine Aufgabe, Menschen zu helfen, aus dem sie nicht mit eigener Kraft auszubrechen vermögen. Warum soll ich an erlittenem Unrecht haften bleiben? Warum kann ich jemand oder mir selber nicht verzeihen? Warum komme ich nicht los vom Gedanken, dass ich da oder dort versagte, statt mich zu freuen, an all dem, was mir gelang? Ich muss älter werdenden oder alt gewordenen oft helfen, erlittenes Unrecht, sogar Verletzungen aus der Kindheit, loszulassen. Sie von Angst vor Autoritäten zu erlösen, weil ihr Vater autoritär war und ihre Selbstsicherheit zerstörte. Andere blieben stecken, weil sie sich von der Mutter nicht geliebt fühlten oder weil diese sie aus lauter Liebe nicht loslassen konnte. Verletzungen und ungelöste Bindungen in der Kindheit können auch älteren Menschen das Leben schwer machen, ohne dass sie die Gründe dafür wirklich kennen. Ich werde Ihnen später aufzeigen, wie wir uns solch unbewusst gebliebene Störungen bewusst machen und lernen, damit umzugehen, sie sogar positiv zu nutzen.

Ich sagte soeben, älter werden sei gleichbedeutend mit Entwicklung und zudem ein Prozess des Loslassens. Ich muss es wiederholen: Wir mussten bei der Geburt schon die Geborgenheit im Mutterschoss loslassen, um uns zur selbständigen Person entwickeln zu können. Auch die Mutter musste uns loslassen, sonst wären wir in ihrem Bauch erstickt. Als wir sieben Jahre alt wurden, machten wir einen neuen Schritt ins Leben. Ich erinnere mich an meinen ersten Schultag. Ich hatte Angst vor dem Unbekannten, dem ich mich nun stellen musste. Ich bin nämlich sozusagen mit fünfjähriger Verspätung als letztes von sechs Kindern, etwas verloren auf einem verlassenen Bauernhof auf dem Lindenberg im Kanton Aargau aufgewachsen. Der Schulweg führte durch ein Tal an einem Weiher vorbei, vor dem man mich warnte, weil es dort Schlangen hätte. Schlangen! Für mich wahrscheinlich ein unterschwelliges Symbol für die Gefahren, die auf dem künftigen Lebensweg auf mich lauern könnten. Es war die erste Herausforderung, mich von der Geborgenheit im Elternhaus zu lösen. In der Folge hatte ich bei neuen unvermeidlichen Entwicklungsschritten dieselben Trennungsängste und –schmerzen. Zum Beispiel als ich auf dem Fahrrad mit Vollgummireifen – es war ja Kriegszeit - über steinige Strassen vom Berg ins nächste grössere Dorf radeln musste Hinfahrt 40 Minuten. „Rückreise“ meistens weit über eine Stunde. Das grosse Dorf war für mich eine Stadt, in der ich mich zuerst kaum zurechtfand. In diesen Jahren überfiel mich die Pubertät mit ihren Turbulenzen, die zur Zeit eines sehr strengen Katholizismus nicht so einfach zu bewältigen war. Im Internat des Benediktinerklosters Einsiedeln, wo ich sechs Jahre verbrachte, befand ich mich als Bauernbub unter dreihundert Schülern aus meist akademischen Kreisen. Schwierig für mich. War ich doch bisher unter Katzen, Hasen, Hühner, Kühen und Pferden aufgewachsen. Einige wenige Lehrer gaben mir das zu spüren, andere haben mich väterlich umsorgt. Ich werde sie nie vergessen.

Wie dem auch sei, ich wurde bis heute immerzu genötigt, mich aus Vergangenem zu lösen, um mich mit Mühe und Überwindung dem Neuen erschliessen zu können. Gerade dieses Wagnis immer wieder zu wagen, hat mir, wenn ich zurückschaue, die Kraft und Ausdauer gegeben. Not im späteren Leben zu überwinden und immer wieder zu neuen Ufern aufzubrechen. Das haben wir doch alle erfahren, dass Loslassenkönnen unabdingbar notwendig ist, um das Leben gelingen zu lassen. Das war schon immer nicht leicht und kann im Alter noch schwerer werden.

Mit dem was ich Ihnen jetzt aus meinem Leben erzählte, möchte ich Sie auffordern, Ihr Leben, älter werdend, bis in die Kindheit zu durchforsten. Schauen Sie sich Ihre Trauerzeiten an, um zu bewältigen, was Sie noch nicht bewältigten. Kehren Sie aber auch zu den vielen Freuden zurück, die Ihnen das Leben schenkte und die Sie vielleicht vergessen haben.

Eines der unerträglichsten Ereignisse meines Lebens waren vor zwanzig Jahren Sterben und Tod meiner um 10 Jahre jüngeren Frau. Als sie starb, war ich während langer Zeit wie gelähmt. Unfähig, den Verlust zu verkraften, blieb ich in der Trauer stecken. Ich fand mich selbst erst wieder, als mir bewusst wurde, dass Loslassen auch ein Akt der Liebe sein kann. Es half mir, meine Trauer in einem Buch [ 5 ] zu verarbeiten, zu dem ich von meinem Verlag ermuntert wurde. Ich durfte feststellen, wie sehr ich damit vielen Trauernden eine Hilfe sein durfte. Die Art der Verarbeitung hat mich selber befreit, das Leben neu zu ergreifen, mich weiter zu entwickeln und so reifend älter zu werden. Krisen und Schicksalsschläge zu überwinden, gibt uns seltsamer Weise Kraft, den Weg am Lebensberg weiterzugehen, auch wenn die erlittenen Wunden manchmal schmerzen oder gar zu bluten anfangen.

Trauer und Einsamkeit zu erleben, mit ihnen zu kämpfen, haben mich befähigt, in meinem Beruf anderen Menschen zu helfen. Sie nicht nur von ihren Nöten, die ich selber gut genug kenne, zu erlösen, sondern daraus Kraft zu schöpfen. Vom Kind zum alten Mann. Das war ein langer, manchmal ein spannender und oft ein schwerer Weg. Ich ging ihn immer wieder mit Freude und Begeisterung. Oft aber unter Tränen. Dennoch denke ich dankbar zurück, obwohl ich ihn nicht nochmals gehen möchte.

Lieber Zuhörerinnen und Zuhörer. Wenn wir älter geworden sind und glauben, unser Leben für Gegenwart und Zukunft geregelt zu haben. Scheint der Prozess des Loslassens überraschend von neuem zu beginnen. Das Büro räumen. Die Schlüssel abgeben. Alt Verwalter, alt Direktorin, Pfarrer im Ruhestand. Wir werden pensioniert. Nicht alle Pensionierten sind glücklich. „Wie geht’s Dir“ fragte ich einen ehemaligen und noch jüngeren Kollegen aus früheren Jahren. Danke gut. Mit einem verkrampften Lächeln: „ Ich bin ja jetzt pensioniert.“ Die Frage: „Wer bin ich, wenn ich nichts mehr bin“, hatte sein Lächeln eingefroren. Es gibt Pensioniert, die beginnen allerdings ihr Leben erst nach der Pensionierung zu geniessen. Andere werden apathisch und depressiv. Es ist ihnen langweilig. Sinnlosigkeit greift um sich. Die Frauen beklagen sich: „Er sitzt den ganzen Tag zu Hause, schaut Fernsehen und lässt sich bedienen“. Andere beschränken sich in der Sinnlosigkeit auf Essen und Trinken. Wieder andere flüchten in Stress und Unruhe. Zu welchen Männern gehören Sie, liebe Kollegen? Andere Frauen beklagen sich, er sei nie mehr zu Hause. „Nie mehr“ das wäre freilich zu viel. Freundschaften zu pflegen, miteinander Karten zu spielen, zu Wandern und Erfahrungen auszutauschen, ist wohl der bessere Weg. Alles Möglichkeiten, sich auf spätere Zeiten vorzubereiten, wenn körperliche Beschwerden unseren Bewegungskreis einzuengen beginnen. Freundschaften können auch dann, vielleicht gerade dann, eine wohltuende Bereicherung sein. Solche Freundschaften machen nicht nur Männer, sondern auch Frauen glücklicher.

Viele Alten oder älter werdende Menschen werden von Angst vor Alzheimer und Demenz geplagt. Löcher im Gedächtnis, immer wieder auftretende Wortfindungsstörungen gehören zu dieser Lebensphase, derentwegen wir uns nicht zu schämen brauchen: „Dä Dings do, wie heisst er jetzt?“ wir sollten all das nicht dramatisieren und einer Demenzphobie deswegen erliegen. Wir sollten über gewisse Fehlleistungen lächeln, gar lachen können. Wenn wir einmal die Brille im Kühlschrank deponieren oder die Haustüre mit dem Schraubenzieher öffnen wollen, sollten wir nicht verzweifeln. Ich hatte neulich einen Lachkrampf zu „bewältigen“, als ich bemerkte, dass ich bei der Morgentoilette die Fusssalbe ins Gesicht gestrichen hatte. Solche Fehlhandlungen sind oft nichts anderes als die Folge von Zerstreutheit, bei der wir uns in Erinnerungen an Vergangenes oder ins Planen der Zukunft verlieren. Uns zu fragen und zu vergewissern: „Wo bin ich und was mache ich … jetzt?“ Es gibt die Kostbarkeit des Augenblicks!

Im Übrigen sollten wir - das wissen wir doch, froh über das sein, wozu wir noch immer fähig sind und versuchen, dem Leben im Alter dem Positiven den Vorzug zu geben. Dann werden wir erkennen, dass unsere Scheune, wie sie Viktor Frankl einmal ausdrückt, nicht halb leer, sondern dass sie sogar mehr als halb voll ist.

Lassen wir uns nicht zu sehr von einigen geschlechtsunterschiedlichen Alterserscheinungen beeindrucken. Uns Männern fällt es offensichtlich leichter, die entstehende Glatze zu akzeptieren als Frauen ihre Falten im Gesicht. Es hat mir einmal ein Mann spasshaft gesagt, die Frauen sollten sich nicht so sehr über ihre Falten ärgern, sondern vielmehr glücklich sein, noch mit so vielen Entfaltungsmöglichkeiten beschenkt zu sein. – Ich finde es in der Tat schade, wenn älter werdende Frauen sich ein anderes, ein neues Gesicht machen lassen. Das Gesicht ist doch wie eine Landkarte unseres Lebens. Jede Falte erzählt eine andere Geschichte. Trauriges, Verzweifeltes, Verlorenes, Erlöstes haben sich wie Rillen auf eine CD in unser Gesicht eingeritzt und enthalten die ganze Symphonie unserer Erlebnisse. Schauen wir doch alle am Morgen freundlich und mit einem Lächeln in den Spiegel. Das wird uns ein gutes Gefühl in den Tag schenken. Die liebevolle Einstellung zu unserem Körper ist wichtig. Es ist wichtig, auch für uns Männer, ihn zu pflegen, sauber zu halten, zu salben samt den Füssen, die uns durch ein langes Leben getragen haben und weiter tragen werden.

Ich möchte zwei der häufigsten Probleme herausgreifen, die uns auf dem letzten und steilsten Abschnitt zum Gipfel unseres Lebensberges zunehmend belasten können: Die Einsamkeit und die Trauer. Einsamkeit sei die stille Epidemie des Altwerdens habe ich irgendwo gelesen. Trauer und Einsamkeit sind ein Geschwisterpaar. Trauer kann uns einsam und Einsamkeit kann uns traurig machen. Diese Kombination kann in späteren Jahren besonders belastend werden. Sie kann uns jedoch in irgendeiner Form durch das ganze Leben begleiten. Kinder können schon von ihr befallen werden und sich damit auseinandersetzen müssen. Mein Enkel ist 10 Jahre alt. Er besuchte bis jetzt die Montessorischule und hat im Herbst zur Dorfschule gewechselt. Nach dem letzten Schultag fand ihn die Mutter nachts tränenüberströmt in seinem Bett. Der Abschied von seinen Freunden und Freundinnen hatte ihn einsam und nahezu untröstlich traurig gemacht.

Älter werdend haben manche von uns klug vorgesorgt und haben, um sich zu schätzen, einen Lebensplan entwickelt. Und dann kam alles ganz anders! Der Plan wurde durch Krankheit, durch Verlust des Partners oder der Partnerin, das Leiden oder den Tod lieber Angehörigen im tiefsten Sinn des Wortes durch-kreuzt.

Lassen Sie mich von einer alten Frau erzählen, die ich in einem Kaffeehaus beobachtete. Ich beobachte oft Menschen in Kaffeehäusern und schreibe meine Beobachtungen auf. Diese Frau stellte mir in ihrem Verhalten die ganze Tragik von miteinander verschmolzener Einsamkeit und Trauer dar. Sie sitzt am runden Tischchen mir gegenüber im Kaffee Sprüngli. Nicht mir zugewandt. Manchmal sieht sie gedankenverloren über mich hinweg durchs Fenster hinter mir. Sie ist unruhig. Nicht bei sich. Verloren. Klein und gebrechlich. Sie trägt eine weisse Strickjacke. Ihre Ohren hat sie mit Watte verstopft. Sie trägt elegante schwarze Stöckelschuhe, die schlecht zu ihr passen. Vielleicht sind sie das einzige, das sie aus besseren Zeiten retten konnte. Sie trägt einen Ehering. Sie trinkt Rivella blau. Plötzlich steht sie auf und eilt zur Toilette. Kaum weg kehrt sie zielgerichtet zu ihrem Tischchen zurück; ich denke, aus Angst, ihr Platz werde von jemand anderem besetzt. Sie zieht jetzt verlegen an ihrer Jacke, als ob sie sich darin verstecken möchte. Eine andere Frau setzt sich zu ihr. Jetzt nimmt sie ihre schwarze Tasche ganz nahe an sich und schaut dabei die Nachbarin ängstlich aus ihren Augenwinkeln an. Plötzlich schaut sie zu mir. Sie fühlt sich beobachtet. Sie gibt sich einen Ruck und setzt sich neu, steif wie eine Statue zu recht. Erst jetzt sehe ich ihr eingefrorenes, maskenhaftes Gesicht. Sie streicht ihr braun gefärbtes Haar zurecht, nimmt dann hastig den Geldbeutel aus der Tasche und zählt das Geld – ängstlich, ob es noch reichen wird. Dann steht sie auf, nimmt einen Anlauf und wankt zur Kasse. – Die Frau tut mir leid. Ungeborgen sucht sie im Kaffeehaus eine Heimat und findet sie nicht. Sie flieht panikartig wieder in ihre kleine Wohnung oder ins Altersheim zurück, mit dem gleichen traurigen Ergebnis zu starten. Ich muss immer wieder an diese Frau zurückdenken und hoffe dabei, dass sie jemandem begegnet ist, der sie zu trösten vermag.

Ich sehe auf der Strasse oder in der Strassenbahn viele ältere oder alte Menschen mit eingefrorenem, traurigem Gesicht. Manchmal suche ich ihren Blick, wenn ich ihnen zum Beispiel beim Ein- oder Aussteigen den Vortritt lasse, ihnen zulächle und so auch auf ihr Gesicht ein Lächeln zaubern kann. Das sind Augenblicke heilsamer Begegnung mit Menschen, die auch mich froh stimmen. Versuchen Sie es doch auch. Liebe schenken, wenn auch nur in einem Lächeln, macht glücklich.

Meine Lieben! Eine wichtige Frage steht an. Was können wir tun, um beim Älterwerden und im Alter, die schwierigen Zeiten nicht nur zu erleiden, sondern sie zu unserem Vorteil zu nutzen, sie sogar zu geniessen? Haben Sie schon einmal ernsthaft über ihr Leben nachgedacht? Egal in welchem Stadium des Älterwerdens Sie sich befinden? Haben Sie sich schon einmal Zeit genommen, zu überlegen, wer Sie eigentlich in Ihrer Einsamkeit sind? Haben Sie schon einmal innegehalten, sich zu erinnern, wie sie das geworden sind, der oder die sie jetzt sind? Ich habe neulich den Satz gelesen: Du bist, was Du erinnerst. Nützen wir doch die Zeit der Langeweile und Sinnlosigkeit, und fangen an, uns zu fragen, wodurch wir die geworden sind, die wir jetzt sind, um zu erkennen, wer wir sind. Haben Sie schon einmal versucht, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben? Nein? Gehen Sie gleich morgen in die Papeterie und kaufen Sie sich das schönste Buch mit vielen leeren Blättern! – Warum aufschreiben? Weil wir es aufschreibend von uns weg aufs Papier bannen, es anschauen, sozusagen geistig anfassen, es meditieren, es bewusst als Geschenk integrieren oder es vielleicht endlich loslassen können. Vielleicht können Sie sich darüber mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, mit einem Freund oder einer Freundin, wenn nötig mit einem Seelsorger oder einem Psychologen besprechen. – Sagen Sie nicht: Ich kann nicht schreiben. Sie sind doch auch in die Schule gegangen wie ich. Versuchen sie es einfach. Wenn ich meine Bücher schrieb, habe ich mich jeden Morgen für mindestens eine Stunde, meistens länger hingesetzt. Oft fielen mir zuerst nur Tagesreste ein oder ich schrieb über das Wetter bis sich auf einmal die Schleusen des Unbewussten öffneten und sich auf das Papier ergossen. Das Abenteuer des Schreibens besteht darin, sich von sich überraschen zu lassen. Autobiographisches Schreiben ist eine hervorragende Methode, sich mit Jugend und Alter, mit seinem ganzen Leben auseinander zu setzen. Wir werden Schlüsselerlebnissen begegnen und Gipfelerfahrungen machen, die unser ganzes Menschsein widerspiegeln, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erhellen und miteinander verbinden. Und wenn Sie Ihr Fotoalbum zu Hilfe nehmen, werden sich Filme vor Ihnen abspielen.

Lassen Sie sich überraschen! Es ist nämlich gut, zu wissen, wer wir sind, bevor wir sterben, dass wir gelebt haben und unser Leben versöhnt und glücklich unserem Schöpfer zurückgeben können.

Ich darf als Psychotherapeut eine zweite wichtige Quelle der Selbsterkenntnis nicht unterwähnt lassen: Die Träume. Träume sind, wie manche meinen, nicht einfach Schäume. Sie sind Botschaften aus der Tiefe unseres Unbewussten, zu denen wir ohne sie keinen Zugang haben. Sie enthalten sehr oft wichtige verschlüsselte Geheimnisse unserer Seele. Sie zeigen Wege auf, die wir nicht kennen. Ich rate Ihnen deshalb, einen Notizblock mit Schreibzeug auf den Nachttisch zu legen. Beim Erwachen fragen Sie sich zuerst nach einem Traum. Schreiben Sie einige Stichwörter auf, sodass Sie später darüber nachdenken können, was er über Sie aussagen will. Es beklagte sich einmal eine Frau im Gespräch, sie könne mit ihrem Mann nie wirklich über Probleme sprechen, die sie beschäftigen. Er lese bereits vor dem Frühstück die Zeitung. Ich fragte sie, ob sie träume. Das hat sie überrascht. Erzählen Sie einander Eure Träume, wenn Sie solche haben. Versuchen Sie einem Traum miteinander verschiedene Titel zu geben. Erzählen Sie dann einander, was Ihnen zu den Titeln einfällt. Ein solches Gespräch kann Euch beiden spannende Erkenntnisse vermitteln. Sie hat dem Mann den Vorschlag weitergegeben. Der lachte. So ein Unsinn! meinte er. Aber am nächsten Morgen brachte er seinen ersten Traum mit. Männer sind nicht immer so störrisch, wie wir sie manchmal einschätzen. Von da an las er die Zeitung nach dem Frühstück, weil er die Traumspektakel spannend und hilfreich fand. Sie entdeckten dabei nicht nur die Freude am Gespräch, sondern auch neue Möglichkeiten des gemeinsamen Zusammenlebens. Übrigens gibt es gute Bücher über Traumdeutung.

Wenn Sie mir noch eine Weile zuhören, möchte ich Sie auf ein Thema hinweisen, welches schon in jungen Jahren und erst recht in späteren Lebensphasen von grosser Bedeutung ist. Als Einleitung möchte ich Ihnen einen Brief von Frau Edith Hess zu meinem 70. Geburtstag vorlesen, ich habe sie durch mehrere Jahre ihres Alters begleitet. Dann haben wir über diese Zeit ein gemeinsames Buch mit dem Titel „Die Reise ist noch nicht zu Ende“ geschrieben. „Lieber Herr Rey“ schreibt sie, „von den Israeliten heisst es, nachdem sie Ägypten verlassen hatten, immer wieder: ‚Und sie zogen weiter‘. Einmal heisst es sie hätten in der Oase Elim ihr Lager aufgeschlagen. Und dann kurz und bündig: ‚Es gab in Elim zwölf Quellen und siebzig Palmen‘. „Das Bild hat es mir angetan“ schreibt sie weiter. Und wenn ich Sie jetzt als eine, die sich darin schon etwas auskennt, im Land der Siebzigjährigen willkommen heisse, möchte ich Ihnen gleich die Oase mit den zwölf Quellen und den siebzig Palmen schenken. Ich male mir jetzt einfach die Oase aus und stelle Sie mir darin vor. Die Oase ist ein guter Ort an einem siebzigsten Geburtstag. Da gibt es Wasser zu trinken zur Erfrischung und Reinigung. Da ässen sanfte, zutrauliche Tiere, und zartes Grün spiesst aus dem Boden. Im Schatten sehe ich Menschen sitzen, die sich Geschichten erzählen und einander zuhören. Am Morgen haben sie mit einladenden Gebärden den Tag begrüsst, und in der Dunkelheit werden sie am Feuer des Lebens besingen, das tief und schön und schwer und voller Geheimnisse ist. Kraft für den kommenden Tag, die nächste Wegstrecke, zu.

Zwölf Quellen – siebzig Palmen. Ich wünsche Ihnen ein langes Verweilen an diesem Ort. Vielleicht brauchen Sie nicht an allen zwölf Quellen zu sitzen und müssen nicht alle siebzig Palmen besuchen. Die eine oder andere Quelle, die eine oder andere Palme wird sie besonders einladen und wird dann zu Ihrer heilenden Quelle, Ihrem Schatten spendendem Ruheplatz. Selbst die eine Quelle, die eine Palme steht für die ganze Fülle des Lebens.

Vorausgehend sind Sie durch Wüsten gewandert und haben das Meer durchquert. Sie haben gelitten, gehungert und gedürstet, hart gearbeitet und Verzicht geleistet. Jetzt dürfen Sie aufatmen und loslassen, sich dehnen und strecken, die Schuhe ausziehen und sich die Füsse waschen und salben lassen. – Die Reise ist noch nicht zu Ende, und niemand weiss, ob Sie nicht noch einmal durch unwegsames Gelände führen wird. Doch jetzt ist Rast und Innehalten angesagt, Gast sein am Tisch des Lebens und fröhlich-laut oder leise versonnen, sich feiern, beschenken und lieben lassen… Sehr von Herzen. E. Hess“


Ich glaube, Edith Hess richtig verstanden zu haben. Sie empfiehlt mir, zur Ruhe zu kommen, um spüren, schauen, auf die leisen Töne um mich und in mir zu lauschen. Meditativer aus der Tiefe meiner Seele zu leben. Der Benediktiner Mönch, Anselm Grün schreibt: „In mir ist ein Geheimnis, das mich übersteigt. Wenn ich in mich hineinhorche, stosse ich nicht nur auf meine eigene Geschichte und auf meine eigenen Probleme. Unterhalb dieser Ebene ist ein Raum der Stille, ein Ort wo Gott wohnt. Und dort, wo Gott, das Geheimnis in mir wohnt, kann ich wahrhaft zur Hause sein. Dort ahne ich einen tiefen Frieden. Es gibt einen Raum in mir, über den niemand Macht hat, den Raum, in dem Gott wohnt.“

Damit berühren wir eines der tiefsten Geheimnisse unseres Lebens und unserer Persönlichkeit, die Spiritualität. Spiritualität lehrt mich, zu sehen, was nicht sichtbar ist und zu hören, was ich mit meinen Ohren nicht hören kann, mir vorzustellen, was mir bis jetzt unvorstellbar schien. Sie führt mich zum Geheimnis von Leben, Sterben und Tod. Sie begleitet mich zur Nahtstelle, wo Wissen und Glauben sich versöhnen. Spiritualität beginnt, wenn ich mich im Schauen und Lauschen die Grenzen von Raum und Zeit in eine hintergründige Wirklichkeit führen lasse, die jenseits meines gewohnten verstandesmässig Begreiflichen liegt. Sie lehrt mich, zu hören, was ich mit meinen Ohren nicht hören kann. Sie lehrt mich zu sehen, was ich mit meinen Augen nicht sehe.

Es heisst oft, Spiritualität oder Glaube sei eine Flucht vor der Wirklichkeit. Ich behaupte das Gegenteil. Sie macht das Leben leichter, schenkt Zuwachs an Lebensfreude und sprengt die Enge der Seele. Mir scheint, dass Psychotherapeuten oder Psychiater ohne die Gabe der Spiritualität an einem Auge blind sind. Dieser Ansicht sind auch die beiden grossen Forscher des Unbewussten Viktor Frankl oder C.G. Jung. Viktor Frankl schreibt in seinem Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“, [ 6 ] das er im Konzentrationslager schrieb, wo er alle seine Angehörigen verlor, dass jeder Mensch in seiner Riefe spirituell sei. Auch der Atheist. Carl Gustav Jung schreibt: „Das Unbewusste ist offen hin auf die Transzendenz. Das Unbewusste ist eine offene Zone, durch die göttliches Licht und göttlicher Friede in den Menschen einströmt. Dies zu erkennen und zu erfahren gibt dem Menschen Sinn [ 7 ] . Anderswo schreibt er: „Das Individuum, das nicht in Gott verankert ist, vermag der physischen und moralischen Macht der Welt keinen Widerstand zu leisten. Dazu bedarf der Mensch der Evidenz seiner inneren transzendenten Erfahrung, welche ihn allein vor dem sonst unvermeidlichen Abgleiten in die Vermassung bewahren kann.“ Er fügt hinzu: „Ich wende mich mit diesen Worten an jene vielen, für die das Licht erloschen, das Mysterium versunken und Gott tot ist“ [ 7 ] .

Ich versuche die Zitate in wenige eigene Worte zusammenzufassen: Spiritualität führt mich zum Eigentlichen, das ich mit meinen äusseren Augen nicht sehen kann. St. Exupery schreibt, dass wir nur mit den Augen des Herzens sehen können. In den langen Jahren meines Berufslebens habe ich gelernt, mit meinen inneren Augen in die Herzen der Menschen zu schauen, um ihre Not und Angst zu erkennen und zusammen mit ihrer Hilfe zu heilen. Nur dem, der die Tatsache der Existenz des Unsichtbaren, die hinter dem Sichtbaren verborgen liegt, annimmt, kann das Geheimnis des Göttlichen annähernd verstehen. Diese unsichtbare Wirklichkeit zu erahnen, kann uns Christen auf dem Weg von Sterben und Tod zur grossen Hoffnung werden.

Ich begleitete eine krebskranke Frau durch ihre letzten Lebenstage. Sie wohnte allein in ihrem Haus. Eines Tages erzählte sie mir ganz verschämt, dass sie nachts immer Musik höre. Eine wunderbare Musik, von der sie nicht wisse, woher sie komme. „Hatten Sie das Radio nicht eingeschaltet?“ fragte ich sie. „Doch natürlich!“ antwortete sie fast beleidigt auf mein Unverständnis. Dann schloss sie lächelnd die Augen und wiederholte leise: „Eine wunderbare Musik“. Nach wenigen Tagen starb sie.

Der südamerikanische Dichter Ernesto Cardenal schreibt: „Wir sind zwar noch nicht im Festsaal der Liebe angelangt, aber wir sind eingeladen. Manchmal sehen wir schon die Lichter und manchmal hören wir schon die Musik“.

Literatur:

[ 1 ]Gian Domenico Barosio, Über das Sterben, Beck-Verlag München 2012, 8. Auflage

[ 2 ]Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein, Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung, Patmosverlagsgruppe, 2012 6. Auflage

[ 3 ]Andrew Newberg u. Mark Robert Waldman, Der Fingerabdruck Gottes, Wie religiöse Erfahrungen unser Gehirn verändern.
AbstandGoldmann-Verlag, München 2012

[ 4 ]Karl Guido Rey, Ich bin alt geworden. Vom Geheimnis meiner Verwandlung, Kösel-Verlag, München 2011

[ 5 ]Karl Guido Rey, Du fehlst mir so sehr, Mein Weg durch Liebe, Tod und Trauer, Kösel-Verlag, München 2002, 5. Auflage

[ 6 ]Viktor Frankl, Trotzdem Ja zum Leben sagen, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 2000, 20 Auflage

[ 7 ]Die Zitate wurden entnommen aus C.G. Jung, Von Religion und Christentum, Einsichten und Weisheiten,
Abstandausgewählt von Franz Alt, Walter Verlag, Olten, 1987



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