Abstand
AbstandMein Baum
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Abstandzum Lebenslauf
Der alte Birnbaum vor unserem Haus ist mein Liebling.
Er steht im Frühling wie ein riesiger Blumenstraussin der Landschaft.
Jedes Jahr im Frühling rastet in seinen Ästen
morgens früh singend ein Kuckuck.
Im Sommer spendet er kühlenden Schatten.
Im Herbst brennt er in seinem roten Kleid wie ein Feuer.
Und im Winter steht er wie hilflos mit ausgestreckten Armen
in der schneebedeckten Natur.
Ihn betrachtend entdeckte ich auf einmal,
dass er am knorrigen Stamm ein Gesicht hat.
Das Gesicht eines alten Weisen mit einem langen Bart.
Der Baum und der alte Mann!
Ein Geschenk, das ich seither jeden Morgen begrüsse,
bewundere und in mir aufnehme.
Es befrage, was es mir zu sagen hat.





AbstandLebenslauf in Bildern von Karl Guido Rey

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Meine Mutter hat mich als letztes von 6 Kindern geboren. Der Arzt hatte ihr ein weiteres Kind verboten: Da sie das Verbot missachtete, wäre sie kurz nach der Geburt beinahe an einer Herzkrise gestorben. Dass ich fast ihren Tod verursachte, dürfte im Lauf meines Lebens die Ursache mancher Probleme gewesen sein.
Karl Guido mit Eltern   Karl Guido mit Mutter

Ich wuchs als recht einsames und deshalb auch schüchternes Kind auf einem abgelegenen Bauernhof unter Kühen, Hühnern und Pferden auf.
 
Unser Bauernhof - mein Elternhaus   Firmung mit Firmpate

Mit finanzieller Hilfe von Verwandten verbrachte ich dann sechs Jahre im Internat des Benediktinerklosters in Einsiedeln, die ich mit der Reifeprüfung abschloss.
 
Internatsklasse   Blick in die ungewisse Zukunft nach der Matura

Nach langen inneren Auseinandersetzungen mit meiner Zukunft flüchtete ich in ein Priesterseminar, das ich nach vier Jahren wieder verliess und in Paris mein Psychologiestudium begann, an der Universität Innsbruck fortsetzte und mit dem Doktorat abschloss.
 
Priesterseminar   Paris
 

Ich arbeitete während meiner theoretischen Ausbildung teilweise als Psychologe an der psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik. Das war eine grosse Bereicheung. Dennoch zweifelte ich, ob ich wohl fähig sei, in eigener Praxis einmal therapeutisch tätig zu sein. Das Abschlusszeugnis aber heilte schlagartig meine Zweifel:

„Herr Karl Guido Rey hat in dieser Klinik regelmässig und ganztägig als klinischer Psychologe gearbeitet. Die von ihm erhobenen psychiatrischen Befunde stellten für die Stationsärzte sehr wertvolle Beiträge zur psychiatrischen Diagnostik dar. Angesichts der aussergewöhlichen Begabung für klinische Psychologie wurde Herr Rey auch die Möglichkeit zu psychotherapeutischen und psychagogischer Führung einzelner Patienten gegeben. Er hat sich auch auf diesem Gebiet in ausgezeichnetem Mass als talentiert erwiesen. Einige erstaunliche Psychotherapieerfolge sind die Frucht seines diesmaligen Wirkens in der Klinik. Abgesehen von der fachlichen Leistung zeigte sich Herr Rey auch hinsichtlich der charakterlichen Eigenschaften als ein besonders beliebter Mitarbeiter; sein sicheres und dabei freundliches und bescheidenes Auftreten erwarb ihm die Zuneigung und Achtung der Patienten, sowie aller ärztlichen und nichtärztlichen Mitarbeiter des Hauses. Wir sehen den hochbegabten und sympathischen Kollegen mit grossem Bedauern von der Klinik weggehen und wünschen ihm für die Zukunft von ganzem Herzen ein Betätigungsfeld, das seiner speziellen Begabung entspricht.“

Dr. med. Niedermeyer, Leiter der Klinik

Das Zeugnis war ein Riesengeschenk – ein Wunder – das mein Leben endlich auf eine sichere Basis stellte und mich ermutigte, in Zürich eine Praxis zu eröffnen. Gleichzeitig liess ich mich von der Jungschülerin Jolanda Jacobi mit einer neuen Lehranalyse in die Psychologie C.G. Jungs einführen.

In kurzer Zeit durfte ich in meiner Tätigkeit das Vertrauen vieler Menschen gewinnen und sie in ein konfliktfreieres Leben begleiten.
 
 
Jolande Jacobi, geboren in Ungarn, Studien in Wien, Dr. phil., Analytikerin, Dozentin am Jung-Institut, Zürich. Ausbildung und Mitarbeit bei Jung seit 1927. Schrieb mehrere, auch in fremde Sprachen übersetzte Bücher und viele Aufsätze zur Psychologie Jungs. Mitarbeit an: C.G. Jung, „Der Mensch und seine Symbole“, Walter –Verlag 1968
 
Doktorat im 1962 …   … und Goldenes Doktorat 2012

Mein Leben begann aber erst wirklich und ganzheitlich durch die Begegnung mit meiner wunderbaren, um neun Jahre jüngeren Frau und unseren zwei Kindern.

Zuerst wohnten wir in einer alten, aber schönen Vierzimmerwohnung in Zürich, wo ich auch arbeitete. Nach kurzer Zeit bauten wir auf dem Land des elterlichen Hofes ein Haus; an schönster Lage mit Sicht über die Wälder und Hügel bis zu den Bergen. Und zwar, was mir wichtig war, neben einem über hundert Jahre alten Birnbaum, der schon immer mein Liebling war.
 
Mein Baum
Unsere Tiere


Am 19. März 1992 stirbt meine Frau an den Folgen eines Hirntumors. Der allzu frühe plötzliche Tod war ein Erdbeben, von dem ich mich nie ganz erholte.

Das Buch „Du fehlst mir so sehr“ ist der Wunsch, meine Trauer zu verarbeiten.
 
Die Begegnung mit dem kranken Papst Johannes Paul II machte mir unvergesslichen Eindruck.

Während der letzten zehn Jahre studierte ich sozusagen als Abschluss meiner Ausbildung am logotherapeutischen Institut in Chur die Psychologie Viktor Frankls.

Aus unserem leer gewordenen Haus zog ich vor fünf Jahren in eine Dreizimmerwohnung in Lenzburg und nütze die Möglichkeit, in einer Gemeinschaftspraxis in Zürich noch wenig tätig sein zu können.
 
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